NEULAND - aller Anfang ist schwer

// wie uns Bischkek gefangen hielt

Für den ersten Blogeintrag live aus Kirgistan habe ich, Vanessa, die Schreiberei an mich gerissen. Christian hat sichs derweil unter dem Bus bequem gemacht. Für alle, die mich nicht (so gut) kennen: Ich nehms nicht immer so genau mit der Political Correctness. Oder Rechtschreibung. Zusätzlich habe ich einen leichten Hang zu Sarkasmus und Übertreibung und ich fühle mich wohler Dinge möglichst sprachgewaltig zu beschreiben. Und ich mag Schachtelsätze. Das Lesen meiner Blogeinträge wird also vielleicht für euch eine solche Herausforderung sein, wie für mich das Schreiben. Aber ich entrinde eben auch keine Butterbrote für Kinder.

Ich bin außerdem noch unentschlossen, wie viele Details unserer Reise ich euch zumuten soll, oft sinds ja die Kleinigkeiten, die einen zum Schmunzeln bringen. Andererseits muss ich Christian ja auch was für den Vortrag lassen. Christian wird aber wohl alle überbordenden etymologischen und ethnologischen Schilderungen beim Korrekturlesen der Einträge auf ein erträgliches Maß zensieren. Weshalb ihr wahrscheinlich nie von dem Prachtexemplar eines kirgisischen Heuschreckens am bishkeker Flughafen hören werdet…

Naja, nun sind wir also da, in Kirgistan. Der Flug war – abgesehen von dem am schrillsten und längsten kreischenden Kind, dem wir jemals begegnet sind – unspektakulär. Via Istanbul sind wir in ca. 7 Stunden nach Bishkek geflogen, 4 Stunden Zeitunterschied trennen uns nun von Österreich. Knapp 70 Kilogramm Gepäck haben uns begleitet. Ich würde ja gerne behaupten, dass es sich dabei um eine wohldurchdachte Auslese aus Fotoequipment, Breitbandantibiotika und Unterhosen handelt. Aber es hat sich auch ein Sammelsurium an Luxusgegenständen eingeschlichen. Eine Frisbee zum Beispiel. Eine zusätzliche Isomatte zur turnerischen Prävention von Christians Rückenbeschwerden. Und 8 USB-Sticks beladen mit erlesenster Musik. Die Versuchung war halt doch zu groß, sind wir doch nun keine Backpacker mehr, sondern waschechte Overlander, also Reisende mit eigenem fahrbaren Untersatz. Eine ganz eigene Welt mit ganz eigenen Tücken, wie wir schon feststellen mussten. Es beschäftigen uns jetzt weniger Busfahrpläne und Blasen an den Füßen als defekte Temperaturanzeigen und der Geruch und die Konsistenz diverser aus dem Bus austretender Flüssigkeiten. Und weil ich schon darauf aufmerksam gemacht wurde, dass ich das Gefährt nicht ‚Bus‘ nennen kann, weils eigentlich ein Minivan ist: Ich nenns trotzdem Bus, ist kürzer und es sei mir verziehen. Sobald ich Christian überzeugt habe, dass ‚Stinki‘ der passendste aller Kosenamen ist, werde ich ihn so nennen.

Eigentlich hatte unsere Reise ganz gut angefangen, weshalb wir vielleicht eine Klitzekleinigkeit verdrängt hatten: Etwa zwei Wochen vor Abflug war uns zu Ohren gekommen, dass der VW-Bus, der neben unserem Subaru geparkt war, ausgeraubt worden war. Autoradio: weg, Batterie: weg. Ok, hier muss man den Dieben zu Gute halten, dass sie jeweils ein nicht funktionierendes Teil eingebaut hatten. Kein Scherz. Andere Batterie, anderes Autoradio. Bloß halt nicht funktionstüchtig. Das Schlimmste aber: Auch alle Ersatzteile und das High-Quality Werkzeug aus Europa waren aus dem VW-Bus gestohlen worden. Damit kann man hier gut Kohle machen. Christian und ich haben es mit Fassung genommen, zur Not würden wir uns ein Flugticket nach Indien oder Myanmar kaufen und uns als Backpacker durchschlagen. Ich hatte aber ein ziemlich gutes Gefühl, dass mit dem Subaru alles in Ordnung sein würde. Das Taxi, das uns dann zu unserem Bus brachte, spielte Modern Talking (mit Videountermalung) und so sah ich es auch nicht als schlechtes Omen, dass wir eine fette Taube überfuhren. War wohl eine Friedenstaube gewesen, weil unser Bus auch ausgeraubt worden war. Ich hab gezetert wie ein Rumpelstilzchen und die Diebe und all ihre Nachkommen aufs Gröbste verflucht. Wie gemein sie doch waren! Wie kann man ein Autoradio so unsanft seiner Wiege entreißen, wie kann man so kaltherzig einem Reisenden seinen Deuter Schlafsack (vieles an Equipment, das im Bus war, hatte Christian schon im April mit nach Kirgistan genommen) entwenden? Gut, dass ich den Schlafsack nicht gewaschen hatte. Haha. Und mein Nähzeug, alles weg! Der Pacsafe (eine eigentlich diebstahlsichere Tasche – sofern man sie ankettet…) – weg. Das ganze Werkzeug – weg! Und kurioserweise auch 2 abgefahrene Reifengummis, den mit der Stahlfelge haben sie da gelassen – war ihnen wohl zu schwer. Luschis. Die Beifahrertür war eingedrückt, der Rahmen der Seitenscheibe beschädigt und die Heckklappe ließ sich auch nicht mehr öffnen. Letzteres war besonders ungünstig, da wir deshalb keinen Zugang zum Motorraum hatten, also weder Ölstand noch Kühlflüssigkeit kontrollieren konnten. Klingt jetzt ziemlich nach Tartaros, ABER: erstens waren unsere Ersatzteile größtenteils noch da (braucht ja keiner in Kirgisistan, VW Busse sieht man hier dafür deutlich öfter), zweitens die Batterie auch (weil die Heckklappe ja nicht aufging) uuund, das Allerbeste: Der Stinki ist angesprungen. Problemlos. Ein Gefühl irgendwo zwischen Frust und Erleichterung hat sich breit gemacht. Auf der Rückfahrt zum Hostel haben wir wehmütig auf das klaffende Loch im Armaturenbrett (Stichwort Autoradio) geblickt, als auch ständig auf die Temperaturanzeige geschielt, alles im grünen Bereich. Die Straße hatten wir natürlich auch immer im Blick, keine Sorge Mama. Und Christian war, glaube ich, auch ziemlich erleichtert, dass ich den Bus gar nicht sooo klein fand. Also er ist schon putzig irgendwie, 920 kg Leergewicht, 1,4 m breit, 3,4 m lang. Ich hab ihn auch schon durch die Gegend geschoben, als Christian drin saß, klappt auch wunderbar. Fast hosentaschentauglich, aber gleichzeitig ein kleines Raumwunder. Ihr merkt gerade, dass Christian und ich eben begannen eine emotionale Bindung aufzubauen. Diese aufkeimende Liebe wurde aber bereits in den ersten Tagen leicht auf die Probe gestellt…

Gleich am nächsten Tag haben wir uns wegen der notwendigen Reparaturen zum Automarkt aufgemacht. Beziehungsweise wir wollten. Nach 2 Kilometer war erst mal Schluss, ein Polizist hat uns zur Seite gewunken. Wir waren aber auch blöd, weil wir das Kennzeichen vorne nicht montiert gehabt hatten (das Gewinde war kaputt) und wir, naiv, wie wir waren, dachten, dass die paar Kilometer bis zum Automarkt schon alles gut gehen würde, schließlich sind wir ja in Kirgistan und nicht im bürokratischen Österreich. Aber falsch gedacht. Ein kurzes Wort zum Verkehr hier: Für asiatische Verhältnisse finde ich den Verkehr äußerst geordnet! Ich war echt überrascht, die ganzen Lexus, Mercedes und BMWs bleiben echt stehen, schon bevor die Ampeln auf rot schalten. Die Leute blinken schon VOR dem Überholen oder Richtungswechsel und – ich war fassungslos – das Mercedeszeichen dient hier nicht als Fadenkreuz, zum besseren Anvisieren hilfloser Fußgänger, nein, auch an Zebrastreifen bleiben viele Fahrzeuge stehen. So viel Ordnung im Verkehr war mir in Asien noch selten untergekommen. So viele Luxusautos aber auch nicht (Russland vielleicht ausgenommen). Stichwort Korruption und so. Und da wären wir auch wieder bei unserem lieben Polizisten von eben, der uns energisch (so energisch, dass wir leider nicht einfach weiterfahren hätten können, was manchmal einfacher wäre, da man eine gute Chance hat, dass sie einem nicht hinterherfahren) von der Straße gewunken hat. Ich werde die eineinhalb Stunden, in denen wir uns gezogen haben, wie ein Strudelteig, kurz umreißen: Im Prinzip gings die ganze Zeit nur darum, dass wir um die Strafsumme verhandelt haben, die offensichtlich mehr Schmiergeld als sonst was war. Christian und ich befanden sich in einem Wechselbad der Gefühle, da ständig das Wort ‚konfiszieren‘ (und hier deckt sich einmal mehr der deutsche mit dem russischen Wortschatz) in der Luft lag. Wir hatten keine Lust unseren Bus schon nach den ersten 50 Kilometern herzugeben. Ich war erst devot und freundlich, dann neutral, dann habe ich gezetert (was kann ich schon verlieren, dachte ich), hysterisches Lachen hat sich auch darunter gemischt, am Ende herrschte Resignation. Christian hat sich, offen gestanden, weniger aufgeführt, aber wir verfolgten wohl in stiller Übereinkunft die Strategie ‚good cop, bad cop‘. Am Ende haben wir bezahlt, alles unter der Hand. Das war dann also unsere Feuertaufe gewesen, zwei zerknirschte Overlander vereint mit ihrem Bus. Inzwischen haben wir uns mit Marlboro Zigaretten eingedeckt, scheinbar helfen die recht gut bei Korruptionsproblemen aller Art. Und nur negativ war das Erlebnis auch nicht, der Polizist hat das Ganze ziemlich entspannt gesehen und regelmäßig gegrinst. Er war auch recht an uns interessiert, ob wir verheiratet seien und Kinder hätten. Solch essentielle Fragen verstehe ich auch ohne jegliche Russisch-Kenntnisse.

Irgendwann sind wir dann doch am Automarkt gelandet: Entlang einer Straße reihen sich hier Werkstätten. Spezialisiert auf entweder Reifenwehwehchen. Oder Bremsenwehwehchen. Oder Lackwehwehchen. Keiner kann alles, aber jeder ein bisschen was. Die Werkzeugausstattung der einzelnen Werkstätten erinnerte mich eher an jene einer etwas besser ausgestatteten österreichischen privaten Garage – unser gestohlener Werkzeugkoffer dürfte in Kirgistan also recht was hermachen… eine echt brauchbare Start-Up Hilfe für eine neue kirgisische Werkstatt quasi. Interessant ist auch, dass man die Ersatzteile eine Straße weiter findet. Mit dem Ersatzteil macht man sich dann auf zu den Werkstätten. Die Effizienz dieses Systems muss ich schwer hinterfragen, aber so sind wahrscheinlich mehr Arbeitsplätze gesichert. Was das Schloss an der Heckklappe betrifft: Kurzzeitig sahs zwar düster aus, aber am Ende konnten sie es doch reparieren. Es floss kräftig Geld (leider können wir nach wie vor schwer einschätzen, was etwas kosten ‚darf‘, da manche Kirgisen unglaublich verhandlungsresistent gegenüber Touristen sind). Nach diesem Erfolgserlebnis sind wir dann auf einer Wolke der Euphorie zum nächsten Markt gefahren: Der Osh-Markt bietet auf engem Raum alles, was das Herz begehrt, Kleidung, Schuhe, Filz, Spielzeug, Haushaltswaren. Und Kumuze. Ein(e?) Kumuz ist ein dreisaitiges gitarrenähnliches Instrument ohne Bünde. Und irgendwo ist vor langer Zeit ein zartes Pfirsichbäumchen in der kirgisischen Sonne gewachsen, bestimmt für mich, aus dessen Holz…. Naja ich gebs zu, ich konnte nicht umhin mir eine Kumuz zu kaufen. ‚Gitarre‘ stand sowieso auf der Einkaufsliste, Christian hat auch eine Mundharmonika dabei und ich noch eine Maultrommel. Ihr seht, wir sind höchst motiviert baldigst in Jurten als Unterhaltungskünstler aufzutreten. Falls sich unsere Band erweitern sollte: In unserem neu erstandenen Werkzeugkoffer (made in China) finden sich so tolle Instrumente wie: Ratschen, Hammer und Sechskantschrauben. Und ihr seht auch, dass wir demnächst große Platzprobleme in unserem Bus haben werden. Ich möchte hier nur kurz anmerken: Es hat durchaus seine Berechtigung, wenn ich – ich höre euer Stöhnen – endlos über Gepäck und Ausrüstung schreibe. Nicht, weil es so interessant ist, was wir alles eingepackt haben. Sondern weil es schlichtweg das wichtigste Thema nach Buswehwehchen ist, das uns beschäftigt. Christian und ich mussten uns nämlich inzwischen eingestehen, dass unsere Ausrüstung teilweise eher im Bereich ‚Ballast‘ anzusiedeln ist.

Die Euphorie jenes Tages wich aber bald einer erneuten Ernüchterung: Der Bus wollte die Motortemperatur nicht mehr anzeigen. Und als wäre das nicht genug, begann er Kühlflüssigkeit zu bluten. Hier muss ich kurz eine relativierende Erklärung einschieben: Erstens: Kleiner Bus, kleine Probleme. Zweitens: Christian und ich sind einfach aus Europa verwöhnt. Als wir am ersten Tag zum Hostel kamen, war der Parkplatz besetzt. Von einem Monster. Mir fiel die Kinnlade runter, stand da ein Unimog in voller Größe, umgebaut zu einem mobilen Heim, Herberge zweier deutscher Abenteurer. Das Fahrzeug ist ein Kaliber anderer Art, da ist nix mehr mit manuell Anschieben oder kurz mal hochheben zum Reifen wechseln. Wir waren aber nicht nur beeindruckt von dem Fahrzeug, sondern auch von den Besitzern und ihrer Reise. Die Fahrzeugreisenden sind eine ganz eigene Community, die Christian und ich erst so langsam kennenlernen. Ananda und Marco, so die Namen der beiden Unimog-Besitzer, haben uns nicht nur mit Insiderinformationen und Tipps für Apps und Kartenmaterial weitergeholfen, sondern uns auch ihr mechanisches Know-How und ihre Zeit zur Verfügung gestellt. Und das mit einer Selbstverständlichkeit, die für uns eben nicht selbstverständlich war. So haben Marco und Christian herumgetüftelt an den Wehwehchen unseres Busses, während ich ihn einer Generalreinigung unterzogen habe. Zwischendurch habe ich als Thermometer gedient (‚Vanessa, fühl mal, wie heiß ist denn das? Eher 60 oder 70 oder 80 Grad? Müsstest du ja wissen vom Kochen‘). Auch, wenn ich nur eine Messungenauigkeit von plusminus 7 Grad habe, das Ergebnis war, dass er sich zwar optisch wirklich sehen lassen kann, aber das Problem mit der auslaufenden Kühlflüssigkeit hatten wir nach wie vor. Dem haben wir uns gestern dann mit professioneller Hilfe angenommen. Scheinbar gibt es sie nämlich doch, die Allround-Werkstätten mit Top-Ausstattung. Circa 10 an der Zahl gibt es in Bishkek und über Christians wachsende Verbindungen hat sich uns eine solche aufgetan. Hier haben wir dann erst gemerkt, wieviel zu viel wir am Automarkt bezahlt hatten, aber Schwamm drüber, schließlich geht’s auch darum, wieviel einem etwas Wert ist. Jedenfalls scheint die Kühlflüssigkeit nun da zu bleiben, wo sie ist und die Temperaturanzeige funktioniert soweit auch wieder. Und wir hatten das Gefühl, dass die Reparatur unseres Busses neben all den BMW, Audis, Mercedes und Lexus für den Mechaniker richtig erfrischend war, endlich wieder mal richtig dreckig werden 😀 Die Männer aus der Werkstatt hatten aber sicher nicht nur deshalb ihren Spaß, wir haben deutlich gemerkt, dass sie schwer anzweifelten, dass wir es mit DEM Gefährt nach Europa schaffen würden. Als ich dann verwundert fragte, wie sie denn die Heizung im Auto zum Laufen gebracht hätten (wir haben keinen Schalter dazu gefunden), haben sie sich halb tot gelacht und uns gezeigt, dass die Hebel zum Regeln der Heizung herausziehbar sind. Echt tricky, wären wir nie drauf gekommen, danke Jungs, jetzt wissen wir auch, wie das geht :D.

Und hätten wir auch nicht die Unterstützung von Stefan, dem Vorbesitzer unseres Busses, wären wir mechanischen Nackerpatzln sowieso verloren 😊 Stefan steht uns nämlich zur Zeit fast täglich per WhatsApp mit Rat und Tat zur Seite, danke! Grade eben steht Christian vor mir, schwarze Finger und mit einem dicken Grinser im Gesicht: Soeben hat er seine erste Reparatur ganz alleine und selbstständig hinbekommen: Er hat den Status der Scheibenwischanlage von ‚geht nicht‘ auf ‚voll funktionstüchtig‘ gebracht. Jei! Erste DIY Erfolgserlebnisse 😊 Und das scheint normal zu sein, denn fast alle Fahrzeugreisenden, die wir bisher getroffen haben, haben bei Null angefangen. Learning by Doing scheint die Devise zu sein!

Und wer jetzt noch keinen Augenkrampf vom Lesen hat, dem möchte ich noch ein paar Auffälligkeiten in Form eines Brainstormings andrehen: Entgegen meiner Befürchtungen ist Kirgistan – zumindest hier in der Hauptstadt – sehr liberal. Man sieht nur wenige verschleierte Frauen, die Frauen sind, ähnlich wie in Russland, recht modebewusst und adrett gekleidet und geschminkt. Mit Englisch hat man hier nur mäßig Glück, wir bemühen uns gerade uns die wichtigsten Fetzen Russisch anzueignen – ich beneide hier Christians sprachliches Talent… Das Essen ist echt lecker, als Vegetarier wird mans aber eher schwer haben. Die Leute sind sehr freundlich und interessiert, ich hatte noch nicht das Gefühl, als Tourist(in) negativ aufzufallen. Die Stadt ist zwar staubig (es regnet wenig zu dieser Jahreszeit, die Temperaturen unter Tags liegen jenseits der 30 Grad Marke), aber verhältnismäßig sauber. Es gibt zwar keine Mülltrennung, aber eine Müllabfuhr. Es wird gebaut! Noch wären uns nicht so viele verlassene Sovjetbauten aufgefallen, wie es beispielweise in Georgien der Fall war, dafür wird – zumindest in Bishkek – fleißig asphaltiert und repariert. Extrem spannend finde ich die Ethnien: Wir haben noch nie so viele unterschiedliche Gesichter gesehen: Neben chinesisch und mongolisch anmutenden Gesichtern, findet man russisch und fast skandinavisch (blond, blauäugig) aussehende Menschen. Zumindest in Bishkek fällt man als Tourist kaum auf. Alkohol gibt’s auch überall zu kaufen, der Islam ist wenig präsent hier, wie ich finde. Und wie in Russland muss ich mich bemühen nicht zu laut zu schnäuzen – das ist ein Tabu. Ach ja, bevor ichs vergesse, Christian und ich sind nun verheiratet, irgendwo gibt’s auch ein Foto, das unser Trauzeuge, den wir am Vortag kennengelernt hatten, im Ringgeschäft nach dem Anstecken gemacht hat. So ists einfach leichter für uns, meistens ist schon die zweite Frage nach dem Kennenlernen, ob wir verheiratet seien. So beuge ich nicht nur lästigen Blicken vor und womöglich auch einem Brautklau. Denn 10 Kamele bin ich nach realistischer Selbsteinschätzung allemal wert.

Meine Bilder für dein Zuhause!

6 thoughts on “NEULAND – aller Anfang ist schwer

  1. Liebe Vanessa (unbekannterweise),
    lieber Christian (bekannterweise 🙂),

    super Blogeintrag! Ich gehöre ja normalerweise zu der Fraktion die nicht so viel liest weil die Texte oft wirklich langweilig geschrieben sind. Eure Art zu schreiben finde ich aber mega genial und kurzweilig! Echt spannend zu lesen mit was man alles zu kämpfen hat wenn man mit eigenem Fahrzeug unterwegs ist das so lange gestanden hat. Viel Spaß auf den nächsten Etappen.

    Gratulation auch zur Hochzeit! Scheint ein Hochzeitsfotografen „Leiden“ zu sein ganz im stillen zu heiraten ohne viel TamTam … find ich deshalb wohl auch den way to go 😉

    Ganz liebe Grüße (noch aus Graz – denn bald geht es auch mit unserer Weltreise los 🤘🏼)

    Tom

    • biemann-photography

      Servus Tom!
      Schön zu hören, dass dich diesmal der Text so gefesselt hat, ich hab das Lob schon an Vanessa weitergegeben!
      Und das mit der Hochzeit… das hast du aufgrund Vanessas Ironie vielleicht etwas falsch verstanden. Wir machen uns das Leben hier nur einfacher, wenn wir mit Ringen unterwegs sind. Mit so einer Notlüge dürfen wir dann nämlich auch in einer Jurte in alleiniger Zweisamkeit übernachten 😀
      Liebe Grüße und auch für eure Reise alles Gute!!!

  2. Super Blogeintrag, eine Freude zu lesen! Viel Glück noch und fröhliches schrauben, bei mir klappert im Skoda manchmal die Klimaanlage, den bringe ich euch dann im November… 🙂

    • biemann-photography

      Vielen lieben Dank! Ich bin auch ganz hin und weg von Vanessas niedergeschriebenen Hirngespinsten 🙂
      Und jaja… wir nehmen uns deinem Skoda gerne an, learning by doing… wir machen nämlich jetzt den Werksmeister!

  3. Voll stark ! Abenteuer pur ! Von wem hat der Chrisi das wohl ?
    Legt Euch nie mit der Polizei an ;-)))
    Viel Glück und schöne Zeit !

    • biemann-photography

      Abenteuerlich? Anstrengend? 🙂
      Das mit der Polizei ist schon zu spät, wir haben unsere Taktik geändert, derweil (!!) mit Erfolg!
      Liebe Grüße nach daheim!


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